Einleitung
zu den Materialien

Kindheit und Jugend

Wölfel im Freikorps

Studium in München
und Würzburg

Liebe - Ehe - Alltag

Das Jahr 1932

Unter dem NS

Vor dem Volksgerichtshof

Wölfelgedenken
in Bamberg

 

Unter dem NS

Wölfel hatte noch anlässlich der Wahl zum Reichstag am 5. März 1933 im Bamberger Volksblatt eindringlich vor einer Herrschaft des NS gewarnt. Nach der Wahl musste aber auch er einen modus vivendi mit der neuen Regierung finden.

 

Dieses Suchen nach der rechten Haltung dem neuen Staat gegenüber verdeutlicht Wölfels Eingreifen in den Fall des Buchbinders Ernst Schäflein. Ernst Schäflein hatte in seinem Schaufenster eine kalligraphisch gestaltete Fassung des Fuldaer Bekenntnisses der katholischen Jugend Deutschlands von 1924 ausgestellt. Die Gestapo beschlagnahmte es; der Text sei staatsfeindlich. In der Angelegenheit Schäflein schrieb Wölfel am 9. Januar 1935 an den Erzbischof von Bamberg, Jacobus von Hauck:

 

Es ist und muß das ehrliche Bestreben jedes deutschen Katholiken sein, an dem Wiederaufbau des neuen Staates mit allen Kräften mitzuarbeiten ... Dieser Wille zur Mitarbeit wird aber bei einem verantwortungsbewußten Katholiken einer unlösbaren Hemmung unterworfen, wenn in diesem Staat es nicht mehr erlaubt sein soll, der Losung zu folgen: Für Christus und ein neues Deutschland. [ ... ] Die Beschlagnahme des Fuldaer Bekenntnisses ist geeignet, einen Zwiespalt zwischen den Pflichten gegenüber der Kirche und dem Staat heraufzubeschwören.

Brief Wölfels an den Erzbischof von Bamberg vom 9. Januar 1935. AEB, Rep. 4/2, Nr. 4112/5.

Wölfel sieht sich also der Hoffnung betrogen, die der NS-Staat mit dem Abschluss des Konkordats mit dem Heiligen Stuhl geweckt hatte.

Bamberg – die Stadt des Bundes Deutscher Mädel.

Adolf-Hitler-Straße,
Bamberg 1933.

Das Bamberger Volksblatt meldet: 40 Bamberger in Schutzhaft.

Das Fuldaer Bekenntnis.

Brief Wölfels an den Erzbischof von Bamberg.

Im Laufe der Jahre bildete sich um Hans Wölfel ein Kreis von antinationalsozialistischen Bamberger Bürgern. Auch Georg Angermaier, Justitiar des Bistums Würzburg, gehörte dazu. Wölfel hatte diesen 1941 kennengelernt und schätzte ihn hoch. Zu dem Kreis gehörten Diözesanjugendseelsorger Jupp Schneider, die Franziskanerpatres Gebrüder Herigar und Bruno Mekes, Geheimrat Dr. Lorenz Krapp und Dr. Hans Sommerrock, Richter am Landgericht. Gesprächsthema im Kreis war die Zeit nach dem Krieg, nach dem Endes des Dritten Reiches. Wie würde man das geistige Vakuum bewältigen könne, das der NS und das Kriegsgeschehen hinterlassen würden. Die Mitglieder des Gesprächskreises waren sich bewusst, dass ihre Zusammenkünfte Verhaftung und das Martyrium zur Folge haben konnten.

Kontakte hatte man auch zur Robinsohn-Strassmann-Gruppe, einer Widerstandsgruppe von liberalen Gegnern des NS. Die Verbindung kam durch die Freundschaft Hans Wölfels mit Thomas Dehler zustande. Beide Männer arbeiteten schon seit 1938 zusammen und vertraten sich gegenseitig in ihren Rechtsanwaltsgeschäften.

Wölfel war Katholik und Mitglied der BVP – Dehler war ebenfalls Katholik doch auch Meister vom Stuhl der Freimaurerloge „Zur Verbrüderung an der Regnitz“ und Mitglied der liberalen Deutschen Demokratischen Partei. Von seiner Ehefrau, einer Jüdin, trennte er sich nicht. Wölfel und Dehler hatten dieselbe Auffassung von dem, was das Recht ist und welchen Grundsätzen die Rechtsfindung folgen müsse. Sie lehnten den Nationalsozialismus ab.

Wölfel an Angermaier.

Dehler vertritt Woelfel.

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